Schimmel zählt sicherlich heute zu den größten baulichen und ästhetischen Störfaktoren und ist in seinen Auswirkungen oft sogar (stark) gesundheitsgefährdend und beschäftigt mehr und mehr die Fachwelt von heute. Diese Aussage wird auch vom Umweltbundesamt (UBA) und diversen Verbraucherzentralen bestätigt. Nach neuesten Erkenntnissen und Untersuchungen haben ca. 12 Millionen Haushalte in Deutschland Probleme mit Schimmelpilz, wobei die Anzahl der Problemfälle stetig zunimmt. Gleiches gilt auch für die allergischen Reaktionen der Bevölkerung. Mittlerweile reagieren ca. 20.000.000 Menschen gegen Schimmelpilz allergisch. Die Anzahl der Allergiker verdoppelt sich ca. alle 10 bis 15 Jahre. Durch all dies und die häufig krasse und negative Mediendarstellung sind in der heutigen Zeit besonders viele Menschen kritisch sensibilisiert.

Schimmelpilz in Innenrumen stellt immer ein hygienisches Problem dar und muss daher eine dementsprechende Beachtung finden. Rechtliche Konsequenzen über Mietzinsminderungen und Sanierungszwängen sowie Gewährleistungsprobleme drohen das Verhältnis zwischen der Eigentümer / Vermieter- und der Mieterschaft stark zu belasten. Mittlerweile beschäftigen sich nicht nur die Bausachverständigen mit diesem Problem, auch Baubiologen, Bau- und Umweltmediziner sowie Juristen werden immer häufiger mit Schimmelpilzbelastungen konfrontiert und beschäftigen sich intensiv mit deren Ursachenfindung, Auswirkung oder Beurteilung. Anmerken muss man jedoch an dieser Stelle, dass es bis heute keine eindeutige gesetzliche Regelung hinsichtlich einer zumutbaren Schimmelpilzbelastung in Innenrumen für den Mieter gibt. Das Einzigste was in Deutschland geregelt wurde, sind Belastungsgrenzen für den Arbeitsschutz des Handwerkers, der bei der beruflichen Ausübung mit Schimmelpilz in Kontakt kommt.

Schimmelpilze und deren Sporen sind Lebewesen, welche uns immer und überall täglich umgeben und ohne die unsere Natur nicht existieren und überleben kann. In der Auen- und Innenluft befinden sich immer und überall Sporen. In den Innenrumen sind durchaus 100 bis 1.000 keimfähige Sporen je cbm Luft, die als Normal bezeichnet werden können. Die Innenraumkonzentration der Sporenbelastung ist jedoch immer von der gleichzeitigen Auenluftkonzentration, unser Referenzwert, abhängig. Es kann durchaus als normal bezeichnet werden, dass im Sommer bei einem Waldspaziergang bis zu 10.000.000 Sporen je cbm Luft vorhanden sind. Daher muss man verstehen, dass es auch nach einer fachgerechten Sanierung und Reinigung nach einer erfolgreichen Schimmelpilzkontaminierung nie sporenfreie Innenrume geben kann und wir dieses auch nie versprechen oder fordern dürfen. Wir sprechen von einer natürlichen Hintergrundkonzentration und meinen damit den natürlichen Gehalt der Schimmelpilzsporen in der Außenluft, welcher durch das natürliche Lüften auch in den Innenrumen angetroffen werden kann. Eine gesundheitliche Schimmelpilzproblematik, kann bereits alleine durch die Sporen ausgelöst werden, denn einige Arten von ihnen besitzen ein allergenes Potential und sind aufgrund ihrer Gre Lungengängig. Um das zu verdeutlichen muss man wissen, dass auf einem cm der menschlichen Haut 2.000 Sporen Platz haben.

Schimmelpilzbelastungen in Innenrumen sind keine nationalen Probleme und auch nicht abhängig von dem Lebensstandart des betreffenden Landes. So wurde beispielhaft auch in Österreich die Schimmelproblematik dahingehend verschärft, dass das Wohnungseigentumsgesetz (2002) durch die WRN 2006 (Wohnrechtnovelle) ergänzt wurde, so dass das Problem der Erhaltungspflicht des Vermieters sowie den Schadensersatz gewährleistungsrechtlicher Konsequenzen wegen Schimmelbefalls verstärkt Bedeutung schenkt.

Immer mehr gelangt man zu der Erkenntnis, dass eine Hauptursache für die Zunahme der Schimmelpilzproblematik bereits in der Planung von Gebäuden zu finden ist!

Wie man die ungewollte Schimmelentstehung von der Planung an vermeiden oder rechtliche Konsequenzen so gering wie möglich halten kann, wie Schimmel einzuordnen ist, wie der technische und rechtliche Beweis zu führen ist, dass es sich um bauliche oder nutzungsbedingte Schimmelbildung handelt und schließlich welche miet- und wohnungseigentumsrechtlichen Konsequenzen Schimmelbildung nach sich ziehen kann, erfahren Sie hier in diesem Seminar in einer komprimierten bersicht. Es ist nicht möglich hier alles über Schimmelpilz zu erfahren oder zu wissen. Das Thema steckt generell immer noch in den Kinderschuhen und es wird weltweit zu der Problematik intensiv Forschung betrieben. Vielfach kennen wir nicht die möglichen Auswirkungen einer speziellen Schimmelpilzart auf uns Menschen. Es kommt hinzu, dass die Menschen sehr unterschiedlich auf den Kontakt mit Schimmelpilz reagieren können.

Vielfache Ursache für die Schimmelproblematik ist die Baufeuchtigkeit: Baufeuchtigkeit zählt zu den stärksten Feinden der Bauwirtschaft. Die Vermeidung durch Planung und Bauausführung sowie die aktuellen Untersuchungsmethoden der zerstörungsfreien Feststellung, die rechtliche Beurteilung von Fehlern, sowie die aktuellen Sanierungsmethoden werden ebenfalls in diesem Seminar angesprochen.

Wer muss informiert sein:

  • Sachverständige
  • Architekt(innen)
  • Handwerker(innen)
  • Bauphysiker(innen)
  • Hausverwaltungen
  • Wohnungseigentumsorganisationen
  • Gemeinnützige Bauvereinigungen
  • Städtische Hausverwaltungen
  • Bauämter und -verwaltungen
  • Rechtsanwälte(innen)
  • Haus- und Wohnungsbesitzer

Mit besten Gren,

Ralf Laarmann